MS „RUNGHOLT“ – 1992

Die dritte und letzte Generation der altbekannten Kombifähren der WDR eröffnete dieses Schiff. Anders als bei allen anderen Vorgängern wurde für diese Fähre kein älteres Schiff außer Dienst gestellt und somit vergrößerte sie die Flotte durch die nach der Wiedervereinigung Deutschlands erhöhten Nachfrage an Transportkapazität. Viele Neuerungen sind in den Bau der „RUNGHOLT“ eingeflossen. Neben den breiteren Fahrzeugspuren, die das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste einen größeren Komfort bieten, flossen noch weitere umweltspezifische Aspekte ein. Hier wären zum Beispiel eine alternative Kraftstoffverbrennung mit Rapsöl zu nennen und auch der Einbau einer Osmoseanlage zur bordeigenen Frischwassererzeugung sollte zu einem verbesserten ökologischen Fußabdruck beitragen. Leider sind beide Systeme nicht oder nur sehr eingeschränkt zum Einsatz gekommen. Dieses liegt bei zweitgenannten System an dem stark sedimenthaltigen Wasser in dem das Schiff seinen Dienst verrichtet.

Optisch war der neue Prototyp eine völlig neue Fähre, die sich durch die knapp zwei Meter größere Schiffbreite stark von den damals drei Schwestern abhob. Anders als bei den Vorgängerschiffen wurden hier zwei Verstellpropeller-Anlagen eingebaut und auch die Ruder können hier erstmalig getrennt voneinander gesteuert werden. Ein überaus starker Bugstrahler von rund 1.000 PS suchte in der Flotte seinesgleichen.

 

Leider begleiteten dieses Schiff in der Anfangszeit viele Probleme, die mit der Rumpfform und den daraus resultierenden Vibrationen einhergingen. Etliche Modifikationen am Vorsteven wurden getätigt um die Vibrationen in den Griff zu bekommen bzw. zu minimieren. Heute kann man sehen, dass entlang des Vorschiffes unter Wasser ein „Hot-Dog-Brötchen“- ähnliche Wülste angebracht wurden, die die Luftblasen, dich sich während der Fahrt unter Schiff sammeln, nach außen drängen sollen. Diese charakteristische bauliche Eigenschaft ist in dem nachfolgenden Modell sehr gut nachgestellt worden.

Es ist geplant, dass das Schiff mit Indienststellung der dritten Doppelendfähre Anfang 2018 auszumustern.

Rungholt

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